Von einer Erfolgsgeschichte berichtete Dr. Yoursen Bosolo (auf unserem Foto in der Bildmitte hinten) auf dem Kirchentag. Dr. Bosolo ist Arzt. Genauer: Arzt auf einem Ambulanzboot, das seit 2011 Dörfer entlang des Kongoflusses medizinisch versorgt.

Seither hat er auf 43 Bootstouren rund 60.000 Behandlungen und 2.000 Operationen durchgeführt. Das „Ambulanzboot“ ist ein gemeinsames Projekt des Dortmunder Kirchenkreises mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) und wird unterstützt von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und dem Medikamentenhilfswerk action medeor e.V.
Die krisengeschüttelte Äquatorregion im Dortmunder Partnerkirchenkreis Bolenge (Kongo) zählt zur ärmsten in Afrika. „Die dortigen Dörfer“, erzählte Pfarrerin Dorothea Philipps (Bildmitte vorn), die sich bei dem Projekt „Ambulanzboot“ engagiert, „hatten noch nie einen Arzt gesehen.“ Die Konsequenz: Menschen sterben hier an gut zu behandelnden Krankheiten wie Malaria, Durchfall oder Geschlechtskrankheiten.
Dr. Bosolo hatte nach seinem Medizinstudium auf gut bezahlte Anstellungen verzichtet. Er wollte dorthin gehen, „wo Gott mich braucht“. Unterstützt von einer großen Spendenaktion in Dortmund konnte 2011 das Ambulanzboot gebaut werden. Seither kümmert sich ein engagiertes Team aus zwei Ärzten, einer Hebamme, zwei Krankenpflegern, einem technischen Helfer und zwei Expertinnen für Familienplanung um die ärztliche Versorgung an den Flüssen Kongo, Ubangi und Ngiri.

Der WWF unterstützt das Projekt finanziell, denn, so Thomas Breuer: „Wir können dort keinen Naturschutz betreiben und die Menschen leben ringsum in Armut.“ Medikamente in guter Qualität stammen von medeor e.V.

Rund 10.000 Dollar kostet eine Tour des Ambulanzbootes. Finanziert wird sie ausschließlich aus Spenden, hauptsächlich aus Dortmund. Pfarrer Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen und ehemaliger Superintendent des Dortmunder Kirchenkreises: „Es ist ein unglaublich beeindruckendes Projekt.“