Ein Überraschungsort – das ist die Stadtkirche St. Reinoldi während des Deutschen Evangelischen Kirchentages im Juni in Dortmund. Vom 20. – 22. Juni verwandelt sie sich in eine Wunderkirche.

Das Programm des Kirchentages ist fast 600 Seiten stark. Bei mehr als 2000 Veranstaltungen den Überblick zu behalten und die Programmpunkte zu entdecken, die einen am meisten interessieren, ist da schon eine große Aufgabe. Die Wunderkirche nimmt den Besucherinnen und Besuchern diese Arbeit ab – denn ihr Programm bleibt bis zum Schluss eine Überraschung. „Anregungen zum Staunen, Nach-Denken, zum Perspektivwechsel“ bekommen die Kirchentagsbesucher in der Reinoldikirche geboten, doch was genau das sein wird, erfahren sie erst, wenn sie die Kirche betreten.

„St. Reinoldi ist als Stadtkirche im Zentrum der Stadt immer ein offener Ort. Das zeichnet die Kirche im Alltag aus und genau so wollen wir uns auch beim Kirchentag präsentieren“, erklärt Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann. Gemeinsam mit seiner Kollegin Susanne Karmeier, Kantor Christian Drengk, Pfarrerin Miriam Helmert, Johanna Schattke und Vertretern des Kirchentags hat er in der Projektleitungsgruppe das Programm für die Wunderkirche auf die Beine gestellt. „Wir wollen die Kirche ganz vielfältig bespielen, mit unterschiedlichen Formaten auch auf die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher eingehen, wie man es von St. Reinoldi kennt“, ergänzt Susanne Karmeier.

Das genaue Programm soll eine Überraschung werden. Doch ein klein wenig von dem bis Juni gut gehüteten Geheimnis geben die Macherinnen und Macher der Wunderkirche schon jetzt preis. So viel also vorweg: Im Mittelpunkt stehen die Losung und die biblischen Texte und Themen des Kirchentages. Es sind Geschichten von großem Leid, von Verzweiflung, von mutigen Begegnungen, von Vertrauenskrisen und Neuanfängen. Themen, die die Menschen schon immer bewegt haben und von denen auch die Reinoldikirche erzählt. Als Wunderkirche will sie diese Herausforderungen mit den Menschen in’s Gespräch bringen und sich in Wort und in musikalischer Form mit ihnen auseinandersetzen.

Die Wunderkirche bietet einen Querschnitt des Kirchentages in einem Raum: Kirchentags-Flair gepaart mit starkem Lokalkolorit, vielfältige musikalische Darbietungen und Redebeiträge, die immer wieder Bezüge zur Geschichte der Reinoldikirche wie auch zur Kirchentags-Losung herstellen: „Was für ein Vertrauen.“ Viele Elemente in der Kirche, von der Figur des Heiligen Reinoldus über das Altarwerk bis hin zum Kreuz, drücken aus, worauf Menschen in früheren Zeiten vertrauten. In der Wunderkirche ist Platz und Raum, Vertrauensgeschichten aus der heutigen Zeit zu erzählen. Worauf vertrauen Menschen in unserer Gesellschaft heute? Was stärkt das Vertrauen, was macht Mut? Antworten auf die letzte Frage bieten unter anderem gute Nachrichten aus Dortmund und der Welt, die zwei Mal am Tag beim „MarktGeflüster“ auf dem Hellweg vor der Reinoldikirche verkündet werden.

Die Tür der Wunderkirche steht jederzeit offen. Zu jedem Zeitpunkt können Besucher (auch ohne Kirchentagsticket) in die Kirche kommen, ihr eigenes Leben und ihre eigenen Geschichten mitbringen, einen Impuls aufnehmen und weitertragen und anders wieder herausgehen. Einige Rahmenpunkte sollen aber bereits verraten werden.  Jeder Tag (von Donnerstag bis Samstag) beginnt am Morgen um 9.30 Uhr mit einer Bibelarbeit von prominenten Menschen. Mittags- und Abendgebete um 12 und um 18 Uhr strukturieren den Tag. Er endet am Abend mit einem politischen Nachtgebet um 22.30 Uhr, das die spirituelle Seite mit einer sozialen und politischen Perspektive verknüpft. Immer zur vollen Stunde beginnt etwas Neues – aber was genau ist eine Überraschung.