Drei Tage lang sind Luna und Cuzco von Münster aus nach Dortmund zum Kirchentag gewandert. Die beiden Lamas waren die vielbeachteten Stars beim Feierabendmahl und politischen Nachtgebet im Kirchgarten der Pauluskirche an der Schützenstraße. Mehrere hundert Teilnehmende drängten sich hier bei Brot und Wasser, Wein und Leckereien an den Tischen.


„Die Güter des Lebens – geschenkt, geteilt, gefährdet“ war das Motto des Feierabendmahls. Es thematisierte die Bedrohung des Lebens durch den Klimawandel und plädierte für den Widerstand gegen wirtschaftliche und politische Formen der Gewalt gegenüber allem Lebendigen auf der Erde. „Feiern, nachdenken und zu Kraft kommen“, wolle man, sagte Pfarrer Friedrich Laker bei der Begrüßung. Denn diese Kraft brauche man, um sich für das Leben zu engagieren. „Wenn wir so weitermachen wie wir das jetzt tun, dann ist der Menschheit nicht mehr zu helfen.“

Eingeladen zu dem Abend hatten die Gemeingüterinitiative von Pauluskirche und Kultur gemeinsam mit der „Aktion Kirche und Tiere“, der Gesellschaft für eine Glaubensreform und dem Bund religiöser Sozialistinnen und Sozialisten. Alle Einlader plädierten in ihren Statements für einen Paradigmenwechsel. Aus Luthers Gnadenlehre folge, dass „Gottes Güter“ Gemeingut seien. Doch jetzt verfügen große Konzerne über die Lebensgüter. Ein gutes Leben für alle bedeute, „den Kapitalismus in seiner jetzigen Form zu überwinden.“
Die aktuelle Krise, so Pfarrer Laker, sei gegründet im System, in unserer Geisteshaltung und in der Macht des Kapitals. Doch es erwachse das Bedürfnis nach neuen Formen des Zusammenlebens. Das seien „Lichtblicke“. „Wir haben den Traum“, sagte Pfarrerin Sandra Laker, „dass wir die Klimakatastrophe noch aufhalten können.“ Und, so ergänzte sie, wir haben den Traum „vom Reich Gottes“.
Nic Koray sowie Sabine Lindner (Harfe) haben das Feierabendmahl musikalisch begleitet und zum direkt anschließenden Konzert eingeladen.