Die Abschaffung aller Atomwaffen und das Verbot der Waffenexporte forderte Heinrich Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende der EKD sprach auf der Auftaktkundgebung der „Menschenkette für den Frieden“. 16.000 Atomsprengköpfe gebe es weltweit. Auch in Deutschland, in Büchel, seien Atomwaffen stationiert. Es sei ein Skandal, dass jedes Jahr 1,9 Billionen Dollar für Waffen ausgegeben würden. Im Vergleich dazu bräuchte es nur wenige Milliarden Dollar, um den Hunger auf der Welt zu besiegen.


Auch eine andere Form von Krieg, so Bedford-Strohm, bewege ihn. Es sei der Krieg, der aktuell auf dem Mittelmeer geführt würde, sagte der Ratsvorsitzende mit Hinweis auf die italienische Regierung, die sich weigere, die von der Sea-Watch geretteten Flüchtlinge aufzunehmen. Er forderte die Politik in Europa auf, bis zum Ende des Kirchentages für die vor dem Ertrinken geretteten Menschen eine Lösung zu ihrer Aufnahme gefunden zu haben.
Henning Zierock vom Theodorakis-Ensemble erinnerte daran, dass der drohende Krieg gegen den Iran auch von deutschem Boden geführt würde. Denn im pfälzischen Ramstein gebe es eine US-amerikanische Kommandozentrale.

An der Friedenskette am Samstagnachmittag hatten sich rund 1.000 Menschen beteiligt. Vom Stadtgarten über die Hohe Straße, Kreuzstraße und Wittekindstraße bis hin zur Westfalenhalle. Auf diesen drei Kilometern hatten die Teilnehmenden ein Signal für Frieden, Abrüstung und Gewaltfreiheit gesetzt.
Zentrale Forderungen waren, die Rüstungsausgaben zu senken und Waffenexporte zu stoppen. Gefordert wurde auch die Beteiligung Deutschlands am Atomwaffen-Verbotsvertrag der Vereinten Nationen. Die Initiatoren der Menschenkette befürchten eine neue Dynamik der Aufrüstung. „Vereinbarungen zur Rüstungskontrolle wie der INF-Vertrag werden missachtet und aufgekündigt,“ heißt es im Aufruf
Unterstützt wurde der Aufruf der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden von mehrere Dutzend Organisationen, u.a. von dem Ökumene-Ausschuss der Kirchengemeinde Dortmund Südwest, von der Suppenküche Kana und dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung.