Eine durchaus beeindruckende Kulisse hatte sich die Evangelische Christus-Kirchengemeinde für ihr Feierabendmahl am Freitagabend des Kirchentags ausgesucht. Auf dem großen Platz vor der Maschinenhalle waren eine Bühne und unzählige Tische und Stühle aufgebaut für die zahlreichen Besucher. In ökumenischer Gemeinschaft mit dem Pastoralverbund Dortmunder Westen feierten Pfarrerin Heike Bährle und der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, unter freiem Himmel ein Feieragapemahl mit Bergbautraditionen.

„Denken wir heute Abend einmal bewusst an das Schöne“, forderte Pfarrer Guido Hoernchen vom Pastoralverbund die Besucherinnen und Besucher auf. Viel zu oft nähmen wir nur das Dunkle und das Schwere wahr. „Aber Gottes Gnade leuchtet hell auf – zum Beispiel in Bekanntschaften, Begegnungen und Gesprächen in diesen Tagen beim Kirchentag.“

Vizepräsident Ulf Schlüter nahm in seiner Tischrede Bezug auf das Motto des Kirchentags „Was für ein Vertrauen“ – und auf seine eigenen Erfahrungen als Bergmann, wenngleich seine Zeit als Arbeiter unter Tage nur einige Monate dauerte. „Bei der Arbeit unter Tage braucht man Vertrauen: Vertrauen in sich selbst und in die Kumpel. Aber man weiß auch immer, dass man es im letzten nicht selbst in der Hand hat.“ Agape auf einer Zeche bei einem Kirchentag im Ruhrgebiet: Ein guter Gedanke, so Schlüter. „Hier werden wir gewahr: Wir leben vom Vertrauen in den, der über Tage, unter Tage und alle Tage mit uns geht.“

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst, der an diesem besonderen Ort natürlich mit dem Steigerlied endete, von einem Ökumenischen Projektchor unter der Leitung von Kantorin Hannelore Heinsen, der Band ChriSang aus dem Pastoralverbund Dortmunder Westen und der persischen Gruppe Rahab. Anschließend wurde eingeladen zu einem Picknick: Viele der Besucher hatten als „Gastgeber“ Speisen und Getränke mitgebracht und teilten diese an den Tischen mit Gästen und Freunden. „Und wenn Sie keinen Platz an einem Tisch gefunden haben, gehen Sie einfach herum und gucken Sie, wo Sie etwas finden“, sagte Pfarrerin Heike Bährle. „Ich finde immer etwas.“

Der Abend endete mit einem Segen zur Nacht, ebenfalls gehalten vom Theologischen Vizepräsidenten Ulf Schlüter.