Eine Collage aus Stimmen, Gedichten und Geschichten. Eine Collage über die Stadt. Eine Collage, die sich am Psalm 23 orientiert. Zum Kirchentag hat sich die Autorengruppe „LiteraturRaum DortmundRuhr“ etwas ganz Besonderes einfallen lassen: die Literatur-Performance „Mit Psalm 23 durch Dortmund“.

13 Autoren und Autorinnen haben Texte über bestimmte Orte in Dortmund verfasst. Leitmotiv ist der Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte …“. Einzelne Worte oder Motive des Psalms haben die Autoren dazu veranlasst, sie mit Orten in der Stadt zu verknüpfen. So wird der Passage „mir wird nichts mangeln“ ein Text über die Heißmangel an der Paul-Gerhardt-Straße zugeordnet. „Er führet mich zu frischen Wasser“ ließ die Assoziationen zu gleich drei Punkten entstehen: dem Petersbrunnen in Syburg, der denaturierten Emscher und dem Phoenixsee.

„Wer was und in welcher Form schreibt, zu welchem Psalm-Wort und Ort, war völlig frei. Es gab lediglich eine Vorgabe für die Textlänge“, erzählt Anne-Kathrin Koppetsch, Pfarrerin und Krimiautorin. „Stilistisch ist das schon eine verrückte Mischung, aber das macht den Reiz aus“, so Thomas Kade, 1. Vorsitzender des LiteraturRaums. Gelesen werde die Texte während der rund einstündigen Performance von den Autorinnen und Autoren selbst. Der Psalm 23 wird als ein musikalischer Rahmen die Texte verbinden. Die unterschiedlichen Stimmen tragen ebenfalls zu der Vielseitigkeit dieses besonderen literarischen Abends bei. „Und selbst, wenn einem ein Text nicht gefällt, macht das ja nichts, weil die Texte kurz sind – da ist es dann schnell vorbei“, lacht Kade.

Die Texte beschreiben Licht und Dunkel von Dortmund. Das Gast-Haus ist Thema, die Marienkirche, Reinoldi, die Linienstraße, die Spielhalle „anne Ecke“ und das „Hundertwasser-Haus“ in Aplerbeck.  „Frische Wasser“ sprudeln im Kloakenfluss Emscher, eine erquickende Kultur-Kneipe steht im Schatten des Hochofens, „finstere Täler“ untergraben stillgelegte Zechen. Über „rechte Straßen“ kippen unliebsame Zeitgenossen braune Brühe. Diese Wortreise durch das neue, alte Dortmund ist für Einheimische wie Auswärtige gleichermaßen überraschend.  „Wir gucken auch hinter die Kulissen“, sagt Koppetsch. „Das hat dem Kirchentag gefallen.“

Die extra für den Kirchentag geschriebenen Texte werden an zwei Terminen aufgeführt: am Freitag (21.6.) um 16 Uhr in der Versöhnungskirche Huckarde, Erpinghof 68, 44369 Dortmund. Und am Samstag (22.6.) um 18 Uhr im Schloss Eving, Nollendorfplatz 3, 44339 Dortmund.