Unfälle, Unglücke, Umweltverschmutzung. Kriege, Krisen, Kriminalität. Schlechte Nachrichten werden allerorten verkündet. Während des Deutschen Evangelischen Kirchentags setzt die Stadtkirche St. Reinoldi etwas dagegen: „Gute Nachrichten vom blauen Planeten!“. Zu hören und zu sehen sind sie vom 20. bis zum 22. Juni immer um 12.30 und 18.30 Uhr – 10 Minuten Hoffnung! „Open Air“: In einer ebenso poetischen wie ungewöhnlichen Inszenierung erfahren Passantinnen und Passanten auf dem Hellweg vor der Reinoldikirche, was gut läuft – in Dortmund, in Deutschland, in der Welt.

Alles Gute kommt von oben – auch Gute Nachrichten: In diesem Fall fallen sie quasi vom Baum. Auf dem starken Ast der Platane neben dem reinoldiforum werden die Schauspieler/innen Monika Bujinski und Michael Kamp die etwas andere Nachrichtensendung aufführen. Regie führt der Amsterdamer Regisseur Felix Ritter zusammen mit Stadtkirchenpfarrerin Susanne Karmeier.

Die Aktion ergänzt die vielen schlechten Nachrichten über den Zustand der Welt und gesellschaftliche Entwicklungen mit Meldungen vom Guten. Sie setzt ein Zeichen gegen boomende Weltuntergangsstimmung. Mit der Performance will das Team um Pfarrerin Karmeier Perspektiven und Wahrnehmungen verändern und einen Schritt weiter denken: Was ermutigt? Woraus wachsen Hoffnung und Zuversicht? Was kann man Pessimismus und Angst entgegensetzen – und auch deren derzeit zu beobachtenden, persönlich wie politisch verheerenden Folgen? Wie bleibt man tat- und widerstandsfähig?

Gute Nachrichten, da sind sich die Macher/innen von „Open Air“ sicher, verändern ebenso wie schlechte. „Menschen schöpfen Hoffnung, wenn ihnen Geschichten vom Gelingen begegnen und sie vom ,Guten‘ erfahren“, sagt Susanne Karmeier. „Best practice ermutigt, selbst aktiv zu werden. Der Ansatz des Projekts folgt dem konstruktiven Journalismus, der die Missstände in der Welt und die Schattenseiten des Lebens nicht ausspart, sich jedoch bemüht, lösungsorientiert zu erzählen und das Gute nicht aus den Augen zu verlieren“, so die Pfarrerin. „Überall hängt noch ein Fetzen Paradies – unter offenem Himmel. Wer sucht, der findet.“

Für das außergewöhnliche Projekt ist das Mitmachen von vielen Dortmunderinnen und Dortmundern erwünscht. Ein professionelles Redaktionsteam ist auf der Suche nach guten Nachrichten. Susanne Karmeier: „Wir suchen Ihre guten Erfahrungen. Haben Sie eine gute Nachricht für uns? Worüber haben Sie sich gefreut? Was macht Ihnen Mut? Machen Sie mit!“

Gute Nachrichten ans Redaktionsteam geben kann man ab Anfang Juni per E-Mail, auf dem Blog, über Facebook oder mit einem Zettel in dem Gute-Nachrichten-Briefkasten in der Reinoldikirche. Gesucht werden Geschichten vom Gelingen und von Schönem, Nachrichten von Aufbrüchen und Neuanfängen, Alltägliches, Erstaunliches, Wegweisendes, Zukunftsträchtiges, Widerständiges, gerne auch Persönliches.

Weltweit, national oder direkt aus Dortmund – mitten aus dem Leben. Gerne genommen werden auch Vorschläge für eine persönliche Heldin oder einen Helden des Alltags. Etwas davon wird auf dem Hellweg zu Gehör kommen. Auf Wunsch bleiben die Nachrichten, von denen einige auch über das Internet veröffentlicht werden sollen, anonym.

Also: Her mit den guten Nachrichten! Per E-Mail:: reinoldi@openair-nachrichten.de, auf dem Blog: www.openair-nachrichten.de oder auf Papier über die Zettelbox in St. Reinoldi.

Foto: Jens Nieth